Mitglieder des Zentrums Selbstbestimmt Leben Lüneburger Heide e.V. bei der Disability & Mad Pride in Hannover

Am vergangenen Samstag beteiligten sich mehrere Mitglieder des Vereins Zentrum Selbstbestimmt Leben Lüneburger Heide e.V. (ZSL) an der ersten Disability & Mad Pride in Hannover. Die Demonstration stand unter dem Motto „Behindert, verrückt und stolz!“ und wurde auf dem Weißekreuzplatz ausgerichtet.

Zwar war das ZSL Lüneburger Heide nicht an der Organisation oder Programmgestaltung beteiligt, doch war für die Teilnehmenden des Vereins klar: Sichtbarkeit, Inklusion und politische Teilhabe sind Anliegen, die alle betreffen – auch über die Arbeit im Landkreis hinaus. Deshalb machten sich mehrere Mitglieder auf den Weg nach Hannover, um vor Ort solidarisch Flagge zu zeigen.

Deutliche Botschaften, starke Präsenz

Rund 100 Menschen nahmen trotz teils starken Regens an der Veranstaltung teil. Die Stimmung war entschlossen, das Anliegen klar: Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen fordern mehr Teilhabe, die Abschaffung von Sonderstrukturen und die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Das ZSL versteht sich als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen – für die Teilnahme war es daher selbstverständlich, die Anliegen der Bewegung auch durch physische Präsenz im Raum Hannover zu unterstützen. „Nicht jede*r von uns kann oder möchte sprechen – aber gemeinsam sichtbar sein ist genauso wichtig“, sagte ein Teilnehmer des Vereins am Rande der Veranstaltung.

Forderungen, die auch im Flächenland relevant sind

In den Redebeiträgen wurden zahlreiche Forderungen laut, die auch im ländlichen Raum – und somit im Einzugsgebiet des ZSL – eine Rolle spielen: der Zugang zu Assistenzleistungen, barrierefreie Mobilität, gerechte Bildung, medizinische Versorgung sowie der Abbau von bürokratischen Hürden beim Pflegegrad oder Behindertenausweis. Auch die unzureichende Einbindung behinderter Menschen in Krisenschutzpläne wurde thematisiert – ein Punkt, der das ZSL bereits seit längerem begleitet.

Die Forderung, behinderten Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen echte Mitgestaltung zu ermöglichen, war zentraler Bestandteil des Tages – eine Haltung, die auch die tägliche Arbeit des ZSL in der Region bestimmt.

Präsenz zeigen, ohne im Mittelpunkt zu stehen

Für den Verein war die Teilnahme an der Disability & Mad Pride ein Zeichen gelebter Solidarität – bewusst ohne eigene Redebeiträge, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Das Demonstrationsformat bot Gelegenheit, überregionale Verbindungen zu stärken, Anliegen zu teilen und sichtbar zu machen, dass Engagement für Selbstbestimmung und Teilhabe keine Frage des Wohnortes ist.

Die Veranstaltung endete nach einer Demonstrationsrunde durch die Innenstadt wieder am Weißekreuzplatz. Dort konnten die Teilnehmenden bei Musik, Tanz und Gebärdensprachdolmetschung das bunte Programm weiterverfolgen.

Das Zentrum Selbstbestimmt Leben Lüneburger Heide e.V. wird die Impulse aus Hannover mitnehmen – in die Beratungsarbeit, in politische Gespräche und in die alltägliche Unterstützung von Menschen, die auf Barrierefreiheit und Selbstbestimmung angewiesen sind.

Fotos: Celler Presse